Orthopädische Gemeinschaftspraxis

Dr. med. Lutz Enderlein/Sabine Maaß/Stephan Heisch

Die fokussierten extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWL) als Schmerzbehandlung mit dem Piezoson 100

Das Verfahren, mittels hochenergetischer Schallwellen (Stoßwellen) Therapie vorzunehmen, ist nicht neu. Bekannt ist dieses Therapieverfahren seit langem durch Zertrümmerung von Nierensteinen in der Urologie oder Gallensteinen in der Chirurgie.
Ausgehend von diesen positiven Erfahrungen werden Stoßwellen seit mehreren Jahren zunehmend zur Behandlung von knochennahen Weichteilschmerzen, Verkalkungen an den Gelenken und zur Behandlung von Falschgelenksbildungen bei Knochenbrüchen (Pseudarthrosen) eingesetzt.

Die häufigsten Anwendungsgebiete sind:

Bei dem Piezoson 100, einem neuen Stoßwellentherapiegerät, ist gegenüber einem „Nierensteinzertrümmerer“ bei gleichen technischen Eigenschaften durch Verwendung der Piezotechnik und bei verkürzter, für die Bedürfnisse in der Orthopädie optimaler Eindringtiefe, eine hohe Stoßwellenenergie verfügbar.

Wie funktioniert die Therapie mit Stoßwellen?

Mittels eines Ultraschallgerätes wird z.B. bei der Behandlung der Tendinosis calcarea (Sehnenverkalkung in der Schulter) die Verkalkung wird lokalisiert und die Therapiequelle an die Stelle des maximalen Schmerzes positioniert. Bei Sehnenansatzreizungen erfolgt die Lokalisierung durch die Schmerzangabe zum Beispiel durch Druck auf die schmerzhafte Stelle. In manchen Fällen kann eine örtliche Betäubung erforderlich sein, da die Behandlung selbst nicht schmerzfrei ist. In der Regel ist dies jedoch durch Anpassung der Stoßwellenfrequenz und –intensität zu vermeiden. In einigen Fällen kann es auch zu einer vorübergehenden Schmerzzunahme kommen, was allerdings als positive Reaktion auf die Behandlung anzusehen ist.
In der Regel sind 3 Therapiesitzungen im Abstand von jeweils 1-3 Wochen notwendig.
Die Behandlung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr erstattet. Die Privatkassen erstatten die Kosten in der Regel, wobei die vorherige Klärung der Kostenübernahme durch die jeweilige Krankenkasse zu empfehlen ist.

Fazit:

Bei der extrakorporalen Stosswellentherapie (EWSL) handelt es sich um ein risikoarmes Therapieverfahren, welches nach Ausschöpfung anderer risikoarmer und kostengünstiger Therapieformen sinnvoll ist, wenn diese keine oder unzureichende Beschwerdebesserung erbracht haben und eine operative Therapie diskutiert werden muss.

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